Verzichtet Indiens Standpunkt zur Krypto-Besteuerung möglicherweise auf potenzielle Einnahmen in Höhe von 420 Millionen Dollar? Diese Frage stellt eine kürzlich durchgeführte Studie des Esya Centre, einer in Delhi ansässigen Denkfabrik. Die Studie legt nahe, dass die umstrittene 1%ige Quellensteuer (TDS) der Regierung auf Krypto-Transaktionen Händler dazu veranlasst, ihre Geschäfte ins Ausland zu verlagern und dadurch erhebliche Steuereinnahmeverluste entstehen.
Untersuchung der Auswirkungen der 1%igen Quellensteuer
Die Studie mit dem Titel „Auswirkungsanalyse der Quellensteuer auf den indischen virtuellen digitalen Vermögensmarkt“ schätzt, dass seit der Einführung der 1%igen Quellensteuer im Juli 2022 etwa fünf Millionen Krypto-Händler ihre Transaktionen auf ausländische Plattformen verlagert haben. Dieser Schritt hat zu einem geschätzten Einnahmeverlust von 420 Millionen Dollar für die indische Regierung geführt.
Entgegen der Absicht der Regierung, profitable Transaktionen zu besteuern, scheint die 1%ige Quellensteuer das Gegenteil bewirkt zu haben und zu erheblichen Einnahmeausfällen geführt zu haben. Die Studie zeigt weiterhin, dass Inder nach der Einführung der Quellensteuer über 3,8 Milliarden Dollar an Handelsvolumen von lokalen auf internationale Krypto-Börsen umgeleitet haben.
Anstieg des Krypto-Handels im Ausland
Nach Juli 2022 verzeichneten ausländische Plattformen einen deutlichen Anstieg des Webverkehrs, aktiver Benutzer und Downloads von indischen Händlern, während die indischen virtuellen digitalen Vermögenswerte (VDA) Börsen entsprechend zurückgingen. Innerhalb eines Monats nach der Einführung der Quellensteuer meldete eine einzelne ausländische Plattform über 450.000 Neuregistrierungen von indischen Nutzern.
Interessanterweise stellte die Studie fest, dass nur 0,2% des Handels (nach Wert) auf ausländischen VDA-Börsen, bei denen die Quellensteuer abgezogen werden sollte, tatsächlich quellensteuerkonform ist. Dies deutet auf eine starke Präferenz der Benutzer hin, von der 1%igen Quellensteuer befreit zu werden.
Vorgeschlagene Anpassungen des Krypto-Steuer-Frameworks
Anhand dieser Ergebnisse empfiehlt das Esya Centre, die Quellensteuer auf Krypto-Transaktionen von 1% auf 0,01% zu reduzieren. Diese Anpassung könnte mit den Zielen der Regierung, die Einnahmen zu steigern und die Transparenz auf dem Kryptomarkt zu verbessern, in Einklang stehen.
Die Denkfabrik schlägt außerdem vor, Klarheit über den Anwendungsbereich der Quellensteuer auf ausländischen Plattformen zu schaffen und einen offiziellen Registrierungsprozess mit der Financial Intelligence Unit–India (FIU-IND) einzuführen, um zwischen ‚Onshore‘ und ‚Offshore‘ Plattformen zu unterscheiden. Dies könnte einer Regierungsbehörde ermöglichen, nicht konforme ausländische Virtual Asset Service Provider (VASPs) und bestimmte VDAs auf eine Schwarze Liste zu setzen und zu behindern.
Diese Empfehlungen kommen zu einer Zeit, in der viele Akteure im indischen Kryptoraum eine Reduzierung der Steuerlast auf Krypto-Transaktionen fordern. Angesichts einer Flaute auf dem Kryptomarkt greifen indische Börsen zu Kostensenkungsmaßnahmen, suchen nach alternativen Einnahmequellen und warten auf zusätzliche Finanzierung.
Während die Diskussionen über ein dringend benötigtes regulatorisches Rahmenwerk für Krypto in Indien weitergehen, bleibt die Frage der Besteuerung ein kritisches und umstrittenes Thema. Die Navigation in der komplexen Welt der Krypto-Besteuerung kann herausfordernd sein, aber Ressourcen wie cryptoview.io bieten wertvolle Tools, um Händler informiert und konform zu halten.
